Schulpferd sein, ist ein schwieriger Job!

Jeden Tag muss es sich auf einen anderen Reiter einstellen, der in der Regel noch nicht die Fähigkeit besitzt, auf verständliche Weise mit einem Pferd zu kommunizieren und es häufig durch unkontrollierte Bewegungen aus dem Gleichgewicht bringt. Für ein Schulpferd ist der Reitunterricht deshalb sowohl physisch als auch psychisch anstrengend.
Damit das Schulpferd ein Leben lang gesund und leistungsfähig bleibt, braucht es als Ausgleich möglichst artgerechte Lebensbedingungen. In erster Linie ist das der Kontakt zu anderen Pferden, mit denen es sich gut versteht.
Unsere Pferde werden deshalb in Gruppen gehalten. Sie können tagsüber jederzeit nach draussen in einen wetterfesten Auslauf, wo sie nach Belieben die Umwelt beobachten oder mit ihren Herdenmitgliedern spielen oder soziale Fellpflege betreiben können.
Wenn es die Witterungsverhältnisse erlauben, dürfen die Pferde täglich zusammen auf die Weide. In der Nacht oder bei schlechtem Wetter wird die Herde in kleinere Gruppen aufgeteilt, damit auch rangniedere Pferde ein trockenes Plätzchen zum Ruhen finden. Zum Fressen werden die Pferde angebunden oder abgetrennt, so kann jedes Pferd seine Portion in Ruhe fressen.
Damit keines der Tiere unnötigem Stress ausgesetzt wird, beobachten wir die Dynamik in der Herde ständig. Das Festlegen der Rangordnung, durch manchmal raue Spiele, ist aber nötig, damit sich die Pferde während den Reitstunden ausgeglichen und friedlich verhalten.
Jedes unserer Pferde hat eine eigene Bezugsperson. Das sind jugendliche bis erwachsene fortgeschrittene Reitschülerinnen, die sich auch an der Stallarbeit beteiligen. Sie pflegen und reiten ihre Pflegepferde einmal unter der Woche, am Sonntag und in den Schulferien. Die Pferde lieben es, von ihren Pflegerinnen verwöhnt und umsorgt zu werden.
Damit die Schulpferde motiviert bleiben, werden sie während höchstens 2 Lektionen pro Tag im Schulbetrieb eingesetzt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Erhaltung der Gesundheit der Pferde, ist eine qualitativ gute Ausrüstung. Jedes unserer Pferde hat einen eigenen Sattel, der von unserer Sattlerin individuell angepasst oder angefertigt wurde.
Die Pferde werden regelmässig von unserer Tierärztin untersucht, geimpft und entwurmt.
Ca. alle 3 Monate werden die Hufe von einem Hufpfleger korrigiert.
Da Pferdezähne ein Leben lang wachsen, müssen sie ein mal pro Jahr vom Pferdezahnarzt kontrolliert und meistens auch korrigiert werden.
Auch Pferde haben ein Recht auf einen guten Lebensabend. Sie möchten noch eine Aufgabe haben und in ihrer gewohnten Umgebung bei ihrer Herde bleiben. Geht es aber mit ihnen zu Ende, ist es unsere Aufgabe sie von Ihren Schmerzen zu erlösen.