Liebe Eltern, liebe Reitschüler,

immer wieder gibt es Diskussionen um die Ponyeinteilung, meistens wollen die kleinsten Kinder die grössten Ponys reiten.

Es macht mich traurig, wenn man unsere kleineren Ponys als minderwertig betrachtet. Auch die kleinen Ponys haben sehr viel drauf und sind vollwertige Pferde. Sie sind auch nicht einfacher oder schwieriger zu reiten als grosse Pferde. 

 

 

Warum wir Ponys in verschiedenen Grössen haben

Als ich neun Jahre alt war lernte ich auf Mutters Velo Radfahren. Ich konnte nicht auf dem Sattel sitzen und gleichzeitig in die Pedalen treten. Kindervelos gab es damals noch nicht. Heute lernen die Kinder schon vor dem Kindergarten Velofahren, weil es Kindervelos in allen Grössen gibt.

Ähnlich ist es beim Reiten lernen. Für ein kleines Kind ist ein kleines Pony von der Grösse her ideal. Es kann es mühelos selber putzen, die Hufe aufheben, den Sattel auflegen etc. Auch beim Führen und Reiten stimmt das Grössen- und Gewichtsverhältnis.

Ein Shetlandpony ist 100 bis 200 kg schwer. Etan unser grösstes Pferd wiegt ca. 700 kg. Grosse Pferde tragen auch grosse Sättel, ein kleines Kind kommt mit den Beinen kaum über das Sattelblatt, das heisst es kann dem Pferd keine Schenkelhilfen geben.

Auch bei Stürzen ist es ein Unterschied, ob ich von einem 1m grossen Pony oder von einem 1,6 m grossen Pferd runterfalle.

 

Das Einteilen der Pferde ist ausserdem eine aufwändige Sache.

Aspekte, auf die ich beim Einteilen der Pferde achten muss:

  • Jedes Pferd sollte täglich bewegt werden, darf aber nicht mehr als 2 Lektionen im Unterricht laufen.

  • Die grossen, schweren Reitschüler brauchen grosse, starke Pferde.

  • Das Pony muss vom Temperament her zum Kind passen. Ein zappliges Kind auf einem sensiblen Pferd ist keine gute Kombination.

  • Montag, Dienstag und Donnerstag werden einige Ponys von ihren Pflegerinnen (fortgeschrittene Reitschülerinnen) bewegt, diese Ponys stehen dann für den Reitunterricht nicht zur Verfügung.

  • Wenn möglich schaue ich darauf, dass das Pony von der Grösse her zum Kind passt.

  • Im Anfängerunterricht müssen sich die Pferde untereinander gut verstehen, weil die Reitschüler die Ponys noch nicht selbständig kontrollieren können.  
  • Bei den Sechsergruppen, muss ich darauf achten, dass die Gruppe gut harmoniert. Das heisst alle Reitschülerinnen sollten gemäss ihrem Können optimal gefördert werden. Die Fortgeschritteneren brauchen deshalb jene Pferde mit denen sie gefordert sind. Die Schwächeren brauchen Pferde, die einfacher zu handhaben sind, damit sie im Unterricht mithalten können. 
  • Als Trost für die „kleineren“ Reitschüler: später könnt ihr die grossen Ponys immer noch reiten. Die grossen Reitschüler aber können die kleinen Ponys nie mehr reiten.