Es ist noch kein Meister (Reiter) vom Himmel gefallen.

Reiten ist mehr als „auf dem Pferd zu sitzen ohne runter zu fallen“.
Auch beim Reiten beginnt man beim ABC. Erst wenn der Reiter im Schritt und Trab das Gleichgewicht gefunden hat, ist er bereit für den Galopp.
Erst wenn er in allen drei Gangarten sattelfest ist, kann man ans Springen denken. Der Weg bis zum Beherrschen des Reiter-ABC dauert nicht bei allen gleich lang.
Je nach dem wie viel Talent, Geschicklichkeit, Ausdauer , Konzentration und Fleiss ein Reitschüler mitbringt, dauert es unterschiedlich lange.
Die wichtigste Voraussetzung ist aber die Liebe zu Pferden.
Eine grosse Rolle spielt der Faktor Zeit. Kinder, die ein überladenes Freizeitprogramm haben, d.h. von einer Aktivität zur anderen hetzen, machen in der Regel weniger schnell Fortschritte, weil sie das Erlebte nicht verarbeiten können.
Im Umgang mit dem Pony entstehen vielfältige Gefühle, die verarbeitet werden müssen. Auch wenn das Kind Pferde über alles liebt und total begeistert ist, kommt es bei den meisten Reitschülern im Laufe der „Reiterkarriere“ auch zu negativen Gefühlen wie Unsicherheit oder gar Angst.
Die Erlebnisse mit dem Pony sind nicht immer nur positiv. Auch ein braves, gut erzogenes Pony ist nie zu 100% berechenbar. Nach negativen Ereignissen ist es wichtig, dass das Kind darüber nachdenken und mit jemandem darüber sprechen kann, sonst verliert das Kind das Vertrauen und gibt auf. Die Eltern spielen dabei eine zentrale Rolle. Bei so einem Gespräch ist es wichtig, dass man das Kind ernst nimmt, aber das Erlebte trotzdem nicht dramatisiert.
Wenn sich ein derartiges Problem abzeichnet, ist es wichtig, dass sie mit der Reitlehrerin darüber sprechen.

 

 

Die einzelnen Lernschritte
1. Vertrauen zum Pferd aufbauen
Streicheln, Putzen, Beobachten, Bodenarbeit,
Bedürfnisse des Pferdes kennen lernen.
2. Balance
In der Pferdebewegung die Balance halten.
3. Geschmeidigkeit / Losgelassenheit
Gefühl für die Bewegung entwickeln,
das Eingehen in die Bewegung des Pferdes.
4. Einwirkung
Sitz-, Schenkel-, Stimm- und Zügelhilfen einsetzen,
ohne das Pferd in seiner Balance zu stören.
5. Geschicklichkeit
Balance, Geschmeidigkeit und Einwirkung erfolgen automatisch.

6. Taktgefühl
Tempogefühl und Gefühl für Taktreinheit entwickeln.